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Wahrheit wagen ...

Wahrheit wagen ...
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Die Zeit wandelt sich. Nicht nur in den Kalendern, nicht nur in den Schlagzeilen, sondern in ihrer inneren Beschaffenheit und ihrer Qualität. Wir nehmen wahr, was nicht gesagt wird, verstehen die Zwischentöne, das Zögern sowie die Anmaßung hinter freundlichen Floskeln. Wir erkennen Masken, die so viele tragen, um in einer Gesellschaft bestehen zu können. Die oberflächlichen Profiteure, stets brillant und übermütig, scheinen zu siegen, während es an ehrlicher Empathie mangelt und den Blick aufs Wesentliche versperrt.

 

In einem Meer aus Weltschmerz und Ungerechtigkeit verlieren wir die Zuversicht, weil wir permanent die Missstände der Welt spüren, ohne je das Gefühl zu haben, diese wirklich ändern zu können. Im Sturm der Zeit versuchen wir Grenzen gegen das permanente Grübeln im rotierenden Gedankenkarussell zu setzen. Wir flüchten in Lebenserinnerungen und Zeiten, in denen sich die Welt langsamer drehte, in denen Nähe, Berührungen und Geborgenheit nicht durch die Filter des Displays gingen, sondern real gefühlt wurden.

 

Ja, die Zeit wandelt sich. Doch wir haben die Möglichkeit, ihr eine bedeutungsvolle Qualität zu verleihen. Denn inmitten der Turbulenzen unseres Alltags vergessen wir viel zu oft, was uns verlässlich trägt. Es sind die leisen und sanften Augenblicke, in denen wir einfach wir selbst sein dürfen. Die einfühlsamen, zarten Momente, in denen wir unsere Gefühle zulassen, anstatt sie wegzudenken, in denen wir beherzt unseren Mut aufbringen, wieder echt zu sein. Denn unsere Menschlichkeit ist kein Luxus, sondern unser Ursprung.

 

Und wenn die Welt da draußen wieder lauter wird, wenn Nachrichten oder Befürchtungen wieder an uns zerren und uns ängstigen, dann sollten wir nicht fragen, wie spät es ist, sondern wie wahr dieser Moment für unseren inneren Frieden ist. Vertrauen und Zuversicht entwickeln sich aus Empfindungen. Und Fühlen, gepaart mit Loslassen, schafft Klarheit darüber, was uns nährt oder uns erschöpft. Es ist das Wiederfinden des Urvertrauens, dieses leisen Wissens, dass das Leben uns trägt, auch wenn wir nicht alles kontrollieren.